Digitale Trends & Best Cases

Best Cases und digitale Trends, die Zukunft Deines digitalen Projektes prägen können.

Von Galina Wacker, aktualisiert am 13. Juni 2025 


Neue Technologien, verändertes Nutzerverhalten und rasant steigende Erwartungen an Effizienz und Innovation zwingen Unternehmen zum Handeln. Doch welche Trends sind wirklich relevant? Welche Methoden haben sich bewährt? Und was erwartet uns in den nächsten Jahren?

In diesem Beitrag erfährst Du, welche digitalen Trends jetzt entscheidend sind, wie Du sie mit modernen Methoden konkret im Unternehmen anwendest und was erfolgreiche Praxisbeispiele zeigen. 

Aktuelle digitale Trends, die Du kennen solltest

  • Künstliche Intelligenz (KI) in der Praxis: Ob automatisierte Kundenbetreuung, Predictive Analytics oder intelligente Produktentwicklung, KI hat sich längst von einer Nischentechnologie zu einem zentralen Bestandteil moderner Unternehmensprozesse entwickelt. Laut der PwC-Studie „AI Jobs Barometer“ (2023) steigert der gezielte KI-Einsatz die Produktivität um bis zu 40 %. Besonders gefragt sind Tools zur Textgenerierung, Datenanalyse und Prozessautomatisierung.
  • Digitale Plattformen & Ökosysteme: Unternehmen wie Zalando oder Bosch zeigen, wie Plattformmodelle neue Geschäftsmodelle schaffen. Durch die Integration externer Partner, Services oder User-Daten entstehen neue Wertschöpfungsmodelle, oft KI-gestützt und skalierbar.
  • Low-Code/No-Code: Mit Plattformen wie Make, Airtable oder Microsoft Power Apps können auch Fachabteilungen Anwendungen ohne IT-Überlastung bauen. Laut Gartner werden bis 2026 rund 75 % aller neuen Apps auf Low-Code/No-Code-Technologien basieren.
  • Digital Experience & Personalisierung: Moderne Kundenportale, smarte Chatbots und KI-basierte Recommendation Engines heben die User Experience auf ein neues Niveau. Die Erwartung: personalisierte Inhalte in Echtzeit und kanalübergreifend.

Moderne Methoden für digitale Projekte

  • Design Thinking für echte Nutzerzentrierung: Design Thinking hilft, Probleme systematisch aus der Nutzerperspektive zu lösen. Kombiniert mit agiler Umsetzung schafft es Raum für Innovation. Tipp: Setze Design Thinking in frühen Projektphasen für Zielgruppenverständnis und echte Relevanz ein.
  • Agile Frameworks: Scrum und Kanban ermöglichen flexible, iterative und schnelle Produktentwicklung. In cross-funktionalen Teams mit kurzen Feedbackzyklen entstehen schneller und marktgerechter bessere Lösungen. 
  • OKR & Lean Startup: Objectives and Key Results (OKR) fördern strategische Klarheit und Fokus. Lean Startup hilft, Produkte iterativ mit echten Kundenfeedbacks statt langer Planungsphasen zu entwickeln. 

Zwischenbilanz und Blick nach vorn

Aktuelle Studien zeigen deutlich, dass digitale Transformation weit mehr erfordert als nur den Einsatz neuer Technologien. So stellte McKinsey 2023 fest, dass rund 70 Prozent der Transformationsprojekte nicht an der Technik, sondern vor allem an fehlenden Change-Strategien und mangelnden Fähigkeiten im Team  

scheitern. Deloitte betont in einer vergleichbaren Untersuchung, dass Unternehmen mit digital ausgereiften Geschäftsmodellen im Schnitt 2,4-mal schneller wachsen als traditionelle Anbieter. Gleichzeitig zeigt die Bitkom-Studie von 2024 ein alarmierendes Bild: Nur 38 Prozent der deutschen Unternehmen halten sich aktuell für technologisch zukunftsfähig, obwohl über 80 Prozent die Digitalisierung als überlebenswichtig einstufen.

Ein Blick in die nahe Zukunft macht deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Generative KI wird die Art, wie wir Inhalte erstellen, Prozesse steuern oder Produkte entwickeln, grundlegend verändern. Gleichzeitig löst die sogenannte Composable Architecture starre, monolithische IT-Strukturen ab und macht Raum für flexible, skalierbare Systeme. Doch nicht nur die Technologie wandelt sich, sondern auch Führung und Kompetenzprofile müssen sich weiterentwickeln. Datenkompetenz und digitale Führungsfähigkeiten werden zu zentralen Erfolgsfaktoren in allen Branchen. Und schließlich rückt ein weiterer Aspekt immer stärker in den Fokus: Digitale Nachhaltigkeit. Themen wie CO₂-neutrale IT-Infrastrukturen, Green Coding oder die Optimierung digitaler Lebenszyklen werden zunehmend zur Verantwortung von Unternehmen, die nicht nur innovativ, sondern auch zukunftsbewusst agieren möchten.

Gerade im internationalen Vergleich wird deutlich, wie vielfältig KI-Technologien heute eingesetzt werden: von der Automatisierung interner Prozesse über personalisierte Kundeninteraktionen bis hin zu global skalierbaren Lernformaten. Mit diesen Erfahrungen im Blick zeigt sich, wie KI unsere Arbeitswelt verändert und welche konkreten Anwendungsfälle bereits echten Nutzen stiften.  

Internationale Entwicklungen: Was wir von Asien lernen können

Gerade im internationalen Vergleich wird deutlich, wie vielfältig moderne Technologien, vor allem Künstliche Intelligenz, heute eingesetzt werden: von der Automatisierung interner Prozesse über personalisierte Kundeninteraktionen bis hin zu global skalierbaren Lernformaten. Mit diesen Erfahrungen im Blick zeigt sich, wie KI unsere Arbeitswelt verändert und welche konkreten Anwendungsfälle bereits echten Nutzen stiften. 

Besonders China zeigt, wie konsequent KI-Technologie in die Praxis  

in verschiedensten Branchen überführt wird. Im Mediensektor moderiert ein KI-generierter Nachrichtensprecher bei Xinhua täglich rund um die Uhr aktuelle Sendungen (Quelle: Xinhua News Agency). Die Social-Commerce-Plattform Xiaohongshu experimentiert mit virtuellen Influencern, deren Inhalte teils millionenfach komplett KI-generiert und visuell animiert aufgerufen werden. Unternehmen wie Baidu oder Tencent entwickeln synthetische Stimmen, die Emotionen erkennen und imitieren können, etwa für digitale Assistenten in Callcentern oder im Kundenservice (Quelle: Baidu AI Lab, Tencent AI). 

Auch im Bildungsbereich ist KI längst im Einsatz: Die Plattform Squirrel AI bietet KI-gestütztes adaptives Lernen für Millionen chinesischer Schüler. Die Systeme analysieren individuelles Lernverhalten und passen Inhalte mit nachweislich besseren Lernerfolgen und stark reduzierter Lehrzeit dynamisch an (Quelle: Squirrel AI Case Study). 

Im Gesundheitswesen nutzt das Unternehmen Ping An Good Doctor KI-gestützte Diagnosealgorithmen in virtuellen Sprechstunden. Diese Systeme analysieren Symptome, schlagen Diagnosen vor und priorisieren Notfälle mit mehreren Millionen digital abgewickelten Konsultationen pro Monat (Quelle: Ping An Healthcare Technology Report). 

Die Logistikbranche wiederum profitiert von autonomen Lieferrobotern und KI-gesteuerter Lagerlogistik: JD.com setzt etwa smarte Lagerhallen mit automatisierter Sortierung und Routenoptimierung ein, wodurch Auslieferungen in unter 24 Stunden auch in entlegene Regionen möglich wurden (Quelle: JD Technology White Paper). 

Das chinesische Unternehmen iFlytek entwickelt zudem KI-Systeme für simultane Übersetzung, die emotionale Nuancen in Sprache erkennen und erhalten, insbesondere im internationalen Konferenzumfeld ein enormer Fortschritt (Quelle: iFlytek AI Communication Summit). 

Diese Entwicklungen sind nicht nur technisch beeindruckend. Sie werfen auch grundlegende Fragen auf: Wie viel Menschlichkeit muss eine künstliche Figur besitzen, um Vertrauen zu erzeugen? Wann ist Automatisierung hilfreich und wann möglicherweise sogar kontraproduktiv? Und wie gehen verschiedene Kulturen ethisch mit dem Thema KI um? 

Wie Deutschland digital wird: Einsatzfelder & Vorreiterprojekte

Im Gesundheitswesen wird KI genutzt, um aus ärztlichen Gesprächen automatisch strukturierte Dokumentationen zu erstellen. Das spart Zeit und senkt den Dokumentationsaufwand erheblich.
Im Maschinenbau kommen KI-gesteuerte Schulungsvideos zum Einsatz, die technische Abläufe angepasst an unterschiedliche Sprachen und Erfahrungsniveaus erklären und visuell unterstützen.
Ein Finanzdienstleister nutzt Avatar-Technologie, um interne Compliance-Trainings regelmäßig zu aktualisieren und gleichzeitig ein hohes Maß an Konsistenz sicherzustellen.
Im HR-Bereich erstellen einige Unternehmen KI-generierte Vorstellungsvideos  
in verschiedenen Sprachen und mit persönlichen Botschaften des Teams, die potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern die Unternehmenskultur nahebringen.
In der Bildung werden KI-Tools eingesetzt, um adaptive Lerninhalte bereitzustellen. Diese passen sich dem Lernverhalten der Nutzer an und bieten individuelles Feedback in Echtzeit.
Auch im Marketing sind kreative Anwendungen entstanden. Einige Unternehmen generieren aus Produktdaten automatisierte Produktvideos oder nutzen Sprach-KI, um personalisierte Nachrichten an Kundinnen und Kunden zu senden. 

Praxisbeispiele: Digitalisierung im Gesundheitswesen

Das Universitätsklinikum Bochum treibt über sein Zentrum für Künstliche Intelligenz, Medizininformatik und Datenwissenschaften (ZKIMED) mehrere Vorzeigeprojekte voran. In der KI-gestützten Intensiv- und Notfallmedizin wird z. B. mit dem Projekt „KI-SEP“ eine frühzeitige Erkennung von Sepsis mit Hilfe von Echtzeitdaten und Machine-Learning-Modellen erprobt. Parallel entwickelt das Projekt „AI-POD“ eine App zur Herz-Kreislauf-Prävention bei Adipositas-Patient:innen, die KI, Bewegungsdaten und Risikomodelle kombiniert. 

Auch operative Klinikprozesse profitieren: Chatbots, digitale Patientenportale und semantische KI-Systeme zur Codierung medizinischer Leistungen senken den Dokumentationsaufwand, verbessern die Patient Journey und schaffen neue Freiräume in der Pflege (Quelle: ZKIMED und Knappschaft Kliniken, 2024). 

Auch das Universitätsklinikum Essen verfolgt mit dem Konzept des „Smart Hospitals“ seit mehreren Jahren einen systematischen Ausbau digitaler Technologien. Ziel ist es, die Patientenversorgung zu optimieren, Abläufe effizienter zu gestalten und die medizinische Qualität zu steigern. 

Was wurde umgesetzt:

  • Einführung eines Digitalen Patientenportals, über das Patienten Vorabinformationen eingeben, Termine verwalten und Befunde einsehen können.
  • Einsatz von KI zur Analyse medizinischer Bilddaten (z. B. bei CTs/MRTs) zur schnelleren Erkennung von Tumoren oder Schlaganfällen.
  • Predictive Analytics zur besseren Ressourcensteuerung auf Stationen, z. B. Vorhersage von Notaufnahmelasten oder Bettenverfügbarkeit.

Ergebnis:

  • Deutlich schnellere Diagnosen in der Radiologie.
  • Höhere Zufriedenheit bei Patienten durch transparente Kommunikation.
  • Weniger Bürokratie für das Pflegepersonal, z. B. durch automatisierte Dokumentation (Quelle: Universitätsklinikum Essen – Smart Hospital Strategie). 

Praxisbeispiel: Versicherungsbranche – Continentale Versicherungsverbund 

Die Continentale, ein traditionsreicher Versicherungsverbund auf Gegenseitigkeit, setzt gezielt auf KI zur Modernisierung ihrer Backend-Prozesse. Im Schadenmanagement werden KI-Modelle zur automatischen Belegklassifikation, Priorisierung und Anomalieerkennung eingesetzt. Natural Language Processing (NLP) unterstützt dabei, Freitext-Schadenmeldungen korrekt zu interpretieren und Routing-Entscheidungen automatisiert zu treffen. 

Mit Robotic Process Automation (RPA) etwa über Make und Power Automate werden repetitive Arbeitsabläufe im Kundenservice automatisiert, z. B. bei Leistungsabrechnungen oder Vertragsänderungen. Chatbots auf Basis von Conversational AI erleichtern den Kundendialog und schaffen eine 24/7-Erreichbarkeit. Der Versicherer verknüpft damit klassische Services mit einer digitalen, effizienzorientierten Kundenerfahrung (interne Branchenanalysen, 2024). 

Praxisbeispiel: Energiebranche – Stadtwerke NRW 

In Nordrhein-Westfalen treiben mehrere Stadtwerke die Digitalisierung ihrer Infrastrukturen und Services mit Nachdruck voran: 

Die Stadtwerke Dortmund (DEW21) setzen mit dem Projekt „DOdata“ eine urbane Datenplattform um, in die unter anderem rund 36.000 digitalisierte Straßenlaternen eingebunden sind. Diese Infrastruktur erlaubt datenbasierte Smart-City-Anwendungen, von Verkehrsflussoptimierung bis zur intelligenten Energieverteilung (Quelle: DEW21, Presseinformationen 2024).

Die Stadtwerke Bochum etablieren digitale Plattformen zur Integration von Energiemanagement, E-Mobilität und Smart Home mit Fokus auf Kundenzentrierung, Plattformökonomie und Nachhaltigkeit.

Die Stadtwerke Witten haben über 10.000 digitale Stromzähler installiert und rollen aktuell LoRaWAN-basierte Submetering-Lösungen aus, mit denen Wasser-, Gas- und Stromverbräuche automatisiert und in Echtzeit ausgelesen werden können – Grundlage für dynamische Tarife und automatisierte Abrechnungen (Quelle: Stadtwerke Witten & Presse WAZ 2023/24).

Die Stadtwerke Duisburg setzen auf KI-basierte Netzüberwachung und dynamisches Lastmanagement. Machine-Learning-Modelle analysieren Wetter-, Verbrauchs- und Infrastrukturdaten, um Lastspitzen vorherzusagen und Anomalien frühzeitig zu erkennen. Die intelligente Mess-Systeme (Smart Meter) schaffen Grundlagen für variable Tarife und kundennahe digitale Services. 

Praxisbeispiel: Siemens – KI-gestützte Steuerung komplexer Projektportfolios 

Siemens setzt im Projektmanagement auf den Einsatz von Predictive Analytics, um komplexe Projektportfolios datenbasiert zu steuern. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz werden Echtzeitdaten aus laufenden Projekten analysiert, etwa zum Fortschritt, Ressourceneinsatz, Budgetverbrauch oder potenziellen Risiken. Die KI erkennt frühzeitig Abweichungen, warnt vor Engpässen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Projektleitende. 

Das Ziel: eine höhere Transparenz und proaktive Steuerung. Laut Unternehmensangaben führt dieser Ansatz dazu, dass bis zu 30 % mehr Projekte im geplanten Zeit- und Budgetrahmen abgeschlossen werden. Die Technologie unterstützt nicht nur bei der Effizienzsteigerung, sondern verbessert auch die strategische Entscheidungsfindung im Portfolio-Management (Quelle: Siemens Stories). 

Praxisbeispiel: REWE Digital – Plattformstrategie als Treiber agiler Innovation 

REWE Digital hat seine Digitalstrategie konsequent auf eine moderne Plattformarchitektur ausgerichtet. Kern ist eine Microservices-Infrastruktur, die in der Cloud betrieben wird und kontinuierlich erweitert werden kann. Über 30 agile Scrum-Teams arbeiten crossfunktional daran, einzelne Services für die digitale Wertschöpfungskette zu entwickeln: von Einkauf und Lagerlogistik bis hin zu Customer Experience und Marketing-Automatisierung. 

Diese modulare Architektur ermöglicht es, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren, Innovationen zu testen und neue Funktionalitäten iterativ einzuführen. Die digitale Plattform wird so zum skalierbaren Rückgrat für die gesamte Unternehmensgruppe. Der hohe Automatisierungsgrad, die konsequente Kundenzentrierung und der Fokus auf Datenintegration machen REWE Digital zu einem Vorreiter für agile Transformation im deutschen Einzelhandel (Quelle: REWE Digital Tech Blog). 

Praxisbeispiele & Trends in der Bildungsbranche 

Adaptive Learning Systeme: KI-gestützte Lernplattformen analysieren das Lernverhalten einzelner Nutzer:innen und passen Inhalte dynamisch an deren Wissensstand an.
Beispiel: Die Lernplattform Knewton (USA) passt Inhalte in Echtzeit an die Stärken und Schwächen von Studierenden an. Dadurch steigt der Lernerfolg, besonders bei heterogenen Gruppen (Quelle: Knewton Case Study). 

Lernanalytik (Learning Analytics): Durch Auswertung von Lernaktivitäten (z. B. in Moodle, MS Teams oder ILIAS) erhalten Dozent:innen und Institutionen datenbasierte Einblicke in den Lernfortschritt und mögliche Abbruchrisiken.

Beispiel: Die Universität Amsterdam setzt Learning Analytics zur frühzeitigen Erkennung von Studienabbrüchen ein. Studierende mit wenig Aktivität in bestimmten Lernmodulen erhalten gezielte Unterstützungsangebote. 

Virtual & Augmented Reality im Unterricht: VR & AR ermöglichen immersive Lernerfahrungen, besonders in Medizin, Architektur oder Maschinenbau.

Beispiel: Die TU München nutzt VR zur Visualisierung komplexer physikalischer Prozesse und für die Simulation technischer Systeme. Studierende erleben Inhalte praxisnah in virtuellen Labors (Quelle: TUM Lehrinnovationen). 

Microlearning & Mobile Learning: Kleine, gut portionierte Lerneinheiten, häufig über Apps wie Blinkist, Duolingo oder Coursera, fördern Lernen „on the go“. Dies ist besonders beliebt in der Erwachsenenbildung und bei berufsbegleitenden Weiterbildungen. 

Blockchain für Zertifikate: Digitale Bildungsnachweise auf Blockchain-Basis machen Abschlüsse fälschungssicher und international verifizierbar.
Beispiel: Das MIT Media Lab nutzt Blockchain, um digitale Diplome sicher und transparent auszustellen (Quelle: MIT Blockchain Diplomas). 

Schlussgedanken: Was wir daraus mitnehmen können 

Digitale Trends und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern bereits heute viele Bereiche der Arbeitswelt: von der internen Kommunikation über Schulungsformate bis hin zu strategischen Entscheidungsprozessen. Die Praxis zeigt: Wer KI gezielt, durchdacht und verantwortungsvoll einsetzt, kann Effizienz steigern, Inhalte skalieren und neue Möglichkeiten der Interaktion schaffen. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, technologische Entwicklungen nicht unkritisch zu übernehmen, sondern sie im jeweiligen Kontext sinnvoll zu bewerten.

Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo digitale Lösungen echte Probleme lösen, Menschen entlasten und Prozesse nicht durch Hype, sondern durch Nutzen 

verbessern. Deshalb lohnt es sich, neue Tools zu testen, Trends frühzeitig zu beobachten und auch internationale Entwicklungen im Blick zu behalten.

Lesetipps: Zusätzliche Hintergrundinformationen zu internationalen KI-Trends 

Digitale Transformation in Energie- und Umweltmanagement: Trends & Best Cases

Von Galina Wacker, aktualisiert am 17. Februar 2025

Die Digitalisierung ist heutzutage ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit, Effizienz und Transparenz in Energie- und Umweltmanagement. Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung und ökonomische Effizienz miteinander zu vereinen. Digitale Technologien, von IoT über KI bis hin zu intelligenten Plattformen, bieten hier konkrete Lösungen mit messbarem Nutzen. 

Warum digitale Strategien im Energie- und Umweltbereich entscheidend sind 

Steigende Energiepreise, strengere Umweltvorgaben und der wachsende gesellschaftliche Druck zur Nachhaltigkeit zwingen Unternehmen zum Umdenken. Eine digitale Strategie in diesen Bereichen ermöglicht nicht nur die Reduktion von CO₂-Emissionen, sondern auch Kostenersparnisse, Echtzeitüberwachung und intelligentere Entscheidungen. 

Digitale Tools wie Predictive Analytics, IoT-Sensorik und KI-basierte Energiesteuerung machen es möglich, Energieflüsse zu analysieren, Prozesse zu optimieren und Umweltauswirkungen präzise, in Echtzeit und automatisiert  

zu messen. 

 

Digitale Trends im Energie- und Umweltmanagement 

  • KI-gestütztes Energiemanagement: Mit Hilfe von Machine Learning lassen sich Lastspitzen vermeiden, Verbrauch prognostizieren und Prozesse optimieren.
  • Echtzeit-Monitoring & IoT: Sensoren und intelligente Messsysteme liefern kontinuierlich standortübergreifende Daten zu Stromverbrauch, Emissionen oder Luftqualität.
  • Digitale Nachhaltigkeitsberichte: Automatisiertes Reporting erleichtert die ESG-Dokumentation und schafft Transparenz gegenüber Stakeholdern.
  • Datenplattformen & Cloud-Lösungen: Zentralisierte Dashboards ermöglichen einheitliche Steuerung und Analysen, auch bei komplexen Infrastrukturen.
  • Simulation & Digital Twins: Virtuelle Abbilder von Anlagen oder Gebäuden helfen, Umweltwirkungen vorherzusagen und Optimierungen risikolos zu testen.

 

Praxisbeispiel: E.ON – KI für intelligentes Energiemanagement 

E.ON bietet mit E.ON Optimum eine cloudbasierte Energieplattform für Unternehmen, die Künstliche Intelligenz nutzt, um Energieverbräuche zu analysieren und zu steuern. Dabei werden verschiedene interne und externe Datenquellen integriert, darunter Produktionspläne, Gebäudebelegung, Wetterdaten, Stromtarife sowie historische Verbrauchswerte. 

Maßnahmen: 

  • Lastganganalyse in Echtzeit: Die Plattform erfasst kontinuierlich den Stromverbrauch einzelner Maschinen und Anlagen und identifiziert ineffiziente Verbraucher.
  • Prognosemodelle mit KI: Algorithmen berechnen, wann Lastspitzen auftreten werden und empfehlen, Maschinen zeitlich zu verschieben oder Batteriespeicher zu nutzen.
  • Automatisierte Optimierung: Das System gibt konkrete Steuerungsimpulse an Energiemanagementsysteme, etwa zum Abschalten von Peak-Lasten oder zum Umstellen auf Eigenstromnutzung (z. B. PV-Anlage).
  • Reporting & Benchmarks: Nutzer erhalten übersichtliche Dashboards und Reports zur CO₂-Bilanz, zum Energieverbrauch je Produktionseinheit oder Gebäude.

Ergebnisse: 

  • Bis zu 15 % Energieeinsparung
  • Reduzierung von Emissionen
  • Planbare Energiekosten durch präzisere Verbrauchsprognosen (Quelle: E.ON Business Solutions). 

 

Praxisbeispiel: Bayer – Digitale Umweltüberwachung am Standort Dormagen 

Der Dormagener Produktionsstandort von Bayer zählt zu den Pilotprojekten des Konzerns für digitale Umwelttechnologien. Ziel ist es, durch datengetriebene Steuerung die Umweltverträglichkeit der chemischen Produktion zu verbessern. 

Maßnahmen: 

  • Sensorbasierte Emissionsüberwachung: Rund um die Uhr messen Sensoren an Schornsteinen, Abluft- und Abwasseranlagen Schadstoffe wie Stickoxide, VOCs oder pH-Werte. Diese Daten werden zentral zusammengeführt und analysiert.
  • Ereignisbasierte Frühwarnsysteme: Mithilfe von Machine-Learning-Modellen erkennt das System Muster, die auf potenzielle Grenzwertüberschreitungen hinweisen – und warnt proaktiv, bevor es kritisch wird.
  • Digitales Umweltcockpit: Alle Umweltkennzahlen werden in einem cloudbasierten Dashboard aufbereitet. Dieses dient nicht nur dem internen Monitoring, sondern wird auch für externe ESG-Reports und Audits genutzt.
  • Prozessintegration: Wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht werden, können Steuerimpulse direkt in die Prozessleitsysteme gegeben werden, etwa zur Dosierung oder Filteraktivierung.

Vorteile: 

  • Vermeidung von Umweltverstößen durch Echtzeitkontrolle
  • Automatisierte Nachweise für Behörden und Nachhaltigkeitsratings

Stärkere interne Sensibilisierung für ökologische Themen (Quelle: Bayer Nachhaltigkeitsbericht 2023).
 

Von der Technik zur Transformation: Was wir aus den Trends lernen können

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind im Energie- und Umweltmanagement keine Zukunftsvision mehr. Sie sind bereits heute gelebte Praxis. Unternehmen wie E.ON oder Bayer nutzen digitale Technologien, um Energieflüsse zu steuern, Emissionen zu kontrollieren und die ökologische Performance zu verbessern. Dabei fungiert KI zunehmend als intelligentes „Bindeglied“ zwischen technischen Anlagen, Nutzungsdaten und strategischen Entscheidungen. 

Diese Trends verdeutlichen einen grundlegenden Wandel: Weg von reaktiven Maßnahmen, hin zu vorausschauendem, datengestütztem Handeln. Die digitale Transformation in diesem Bereich ist nicht nur ein Effizienzprojekt, sondern zunehmend ein strategischer Hebel für Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und regulatorische Compliance. 

 

Digitale Zukunft gestalten: Was als Nächstes kommt 

In den kommenden Jahren wird sich diese Entwicklung weiter beschleunigen. Folgende Perspektiven zeichnen sich ab: 

  • KI als Standard im Energiemanagement: Predictive Energy Analytics, automatisierte Steuerung und dynamisches Lastmanagement werden in Industrie und Gebäudetechnik zum Standard.
  • Kopplung von Energie- und Klimastrategien: Nachhaltigkeitsziele (wie CO₂-Reduktion) und Energiekostenmanagement wachsen strategisch zusammen, unterstützt durch digitale Tools.
  • Transparenz durch ESG-Datenplattformen: Unternehmen werden künftig verstärkt auf digitale Systeme setzen, um Nachhaltigkeitskennzahlen in Echtzeit zu erfassen, zu analysieren und zu berichten.
  • Plattformökonomie im Energiesektor: Energie wird zunehmend in digitalen Marktplätzen gehandelt, z.B. für Grünstromzertifikate, Flexibilitäten oder Energie-Sharing in Quartieren.


Wo es noch hakt: Diese Herausforderungen müssen gelöst werden 

  • Datensilos: Viele Umwelt- und Energiedaten liegen dezentral, unstrukturiert und ohne einheitliches System vor.
  • IT-Kompetenzlücken: Speziell in KMUs fehlt oft Know-how für KI-basierte Systeme.
  • Investitionsbarrieren: Die Initialkosten für Sensorik, Plattformen und Schulung sind hoch. Förderprogramme sind daher essenziell.
  • Cybersecurity: Vernetzte Systeme erhöhen das Risiko für Angriffe, Sicherheitsarchitekturen müssen mitwachsen.  
  • Regulatorische Dynamik: Neue Vorgaben rund um ESG, EU-Taxonomie oder CO₂-Bepreisung erfordern laufende Anpassung auch auf digitaler Ebene. 

 

Was bleibt? Der strategische Hebel für Nachhaltigkeit liegt in der digitalen Transformation

Digitale Technologien, vor allem KI, sind Voraussetzung für zukunftsfähiges Umwelt- und Energiemanagement. Unternehmen, die jetzt investieren, profitieren mehrfach: durch mehr Transparenz, mehr Effizienz, stärkere Kundenbindung und einen echten Beitrag zum Klimaschutz.

Tipp für Entscheider: Starte mit einem konkreten Use Case, definiere klare Ziele und messbare KPIs und binde Umwelt, IT und Strategieabteilungen von Anfang an gemeinsam ein.

Künstliche Intelligenz in der Praxis

Wie KI Branchen verändert -
So nutzen Unternehmen aus E-Commerce, Gesundheitswesen, Industrie, Bildung & Beratung ihren Vorsprung

Von Galina Wacker, aktualisiert am 19. Dezember 2024

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein Buzzword der Tech-Branche. Ob im E-Commerce, im Gesundheitswesen, in der Industrie oder im Beratungsumfeld, KI wird heute branchenübergreifend eingesetzt, um Prozesse zu optimieren, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen und neue Services zu schaffen. Dieser Beitrag zeigt anhand realer Praxisbeispiele, wie unterschiedlich Unternehmen Künstliche Intelligenz bereits erfolgreich integrieren und welche konkreten Ergebnisse sie erzielen. 

Personalisierte Empfehlungen im E-Commerce: L’Oréal 

Im Onlinehandel ist Personalisierung einer der größten Hebel für Conversion und Kundenzufriedenheit. Der Kosmetikkonzern L’Oréal setzt dafür auf KI-gestützte Hautanalysen. Mit der Anwendung „Skin Genius“, entwickelt mit dem Start-up ModiFace, können Kund:innen über ein Selfie ihre Haut direkt im Webshop analysieren lassen. Darauf basierend gibt das System individuelle Produktempfehlungen. 

Die Resultate sprechen für sich: L’Oréal verzeichnete eine Steigerung der Conversion-Rate im Mobile-Commerce um über 20 %, zudem sank die Rücksendequote. Die KI schafft so nicht nur ein besseres Einkaufserlebnis, sondern reduziert auch operative Kosten (Quelle: L’Oréal Newsroom).

KI im Gesundheitswesen: Vom Smart Hospital bis zur vollautomatisierten Klinik 

Auch die Gesundheitsbranche profitiert massiv von Künstlicher Intelligenz. Das Universitätsklinikum Essen gilt in Deutschland als Vorreiter eines „Smart Hospitals“. Dort kommt KI unter anderem bei der Auswertung medizinischer Bilddaten (z. B. CT- und MRT-Scans) zum Einsatz, um Diagnosen zu beschleunigen. Predictive Analytics hilft zudem bei der Ressourcenplanung, z.B. in Notaufnahmen. Die Folge: schnellere Diagnosen, höhere Patientenzufriedenheit und eine spürbare Entlastung des Pflegepersonals durch automatisierte Dokumentation (Quelle: UK Essen – Smart Hospital Strategie).


Noch einen Schritt weiter geht China: In der Stadt Zibo (Provinz Shandong) wurde 2024 das weltweit erste vollautomatisierte KI-Krankenhaus eröffnet. Von der Patientenaufnahme über Diagnostik bis hin zur Pflege und Medikamentenausgabe, nahezu alle Prozesse sind KI-gesteuert. So werden Diagnosen um bis zu 50 % schneller gestellt, administrative Aufgaben um rund 35 % reduziert. Das System nutzt Machine Learning und Echtzeit-Datenanalyse, um Personal, Räume und Geräte effizient zu steuern (Quellen: South China Morning Post, Global Times, Nature Digital Medicine (2024)).

KI in der Industrie: BMW automatisiert Qualität und Logistik 

Im industriellen Umfeld ist Effizienz entscheidend. Hier bringt KI enorme Vorteile. BMW setzt in der Fahrzeugproduktion auf KI-gestützte Qualitätskontrolle. Kamerasysteme erkennen Lack- oder Bauteilfehler in Echtzeit, wodurch Ausschuss minimiert und Produktionsqualität erhöht wird. Gleichzeitig sorgen intelligente Transportroboter und Prognosemodelle in der Logistik für optimierte Lieferketten und eine höhere Produktionsflexibilität, insbesondere bei Engpässen in der Zulieferung (Quelle: BMW Group – Digitalisierung in der Produktion).

Bildungsbranche: Adaptive Lernsysteme und KI-gestützte Betreuung

Coursera – Personalisierte Lernerfahrungen durch KI: Die globale Lernplattform Coursera nutzt Künstliche Intelligenz, um Lernprozesse zu personalisieren und den Lernerfolg zu steigern. Mithilfe von Machine Learning analysiert das System das Verhalten der Lernenden, z.B. Abbruchpunkte, Verständnisfragen oder Interaktionsmuster, und passt Inhalte sowie Empfehlungen in Echtzeit an.

Konkret umgesetzt werden: Adaptive Lernpfade, die den Schwierigkeitsgrad automatisch anpassen

  • Automatisiertes Feedback zu Quizfragen und Aufsätzen
  • Chatbots für Support und Lernbegleitung
  • KI-gestützte Spracherkennung in Sprachkursen zur Verbesserung der Aussprache

Ergebnisse laut Coursera:

  • Steigerung der Kursabschlussrate um +12 %
  • Reduktion der Support-Anfragen um -25 % durch automatisierte Hilfe
  • Höhere Zufriedenheit und Engagement durch individuellere Lernwege (Quelle: Coursera Engineering Blog & AI in Education Report (2023))

Beratungsbranche: PwC automatisiert Auditprozesse 

Auch in der Beratung verändert KI die Spielregeln. Bei PwC wird Künstliche Intelligenz bereits umfassend im Bereich Audit und Consulting eingesetzt. Große Datenmengen aus Finanzberichten und Unternehmensprozessen lassen sich automatisch analysieren, Risiken frühzeitig identifizieren. Darüber hinaus nutzt PwC GPT-basierte Lösungen, um interne Prozesse wie Reporting, Dokumentation oder Mandantenvorbereitung deutlich zu beschleunigen. Das Ergebnis: bis zu 40 % Zeitersparnis in der Datenanalyse und eine verbesserte Skalierbarkeit der Beratungsleistungen, besonders für den Mittelstand (Quelle: PwC AI Barometer). 

Intelligente Logistik & Einkaufserlebnisse im Handel: Zalando 

Auch Zalando setzt auf KI, unter anderem in der „Visual Search“. Nutzer:innen können ein Foto hochladen, und das System schlägt visuell ähnliche Modeartikel vor. Zusätzlich personalisiert Zalando seine Startseiten mithilfe von KI, basierend auf Klickverhalten, bisherigen Käufen und Saisontrends. Auch die Lagerhaltung profitiert durch Nachfrageprognosen und automatisierte Disposition. 

Die Resultate: eine um 28 % gesteigerte Verweildauer pro Besuch, mehr Waren im Warenkorb und eine rundum individuellere Nutzererfahrung (Quelle: Zalando Tech Blog).

 

Fazit: KI als echter Wettbewerbsvorteil 

Ob in der medizinischen Diagnostik, beim Online-Shopping, in der Produktion oder der Beratung - die Beispiele zeigen, wie vielfältig KI eingesetzt werden kann. Unternehmen, die gezielt in KI investieren, schaffen nicht nur effizientere Prozesse, sondern differenzieren sich durch bessere Kundenangebote, höhere Servicequalität und Innovationskraft. 

Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei nicht allein in der Technologie, sondern in einer klaren Strategie, agilen Teams und einem starken Fokus auf den tatsächlichen Mehrwert für Nutzer und Mitarbeitende. Wer KI mit Weitblick einsetzt, sichert sich heute die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. 

Künstliche Intelligenz im Einzelhandel & E-Commerce


Von Galina Wacker, aktualisiert am 19. Juni 2022


Künstliche Intelligenz (KI) gilt heutzutage als eine der signifikantesten Schlüsseltechnologien und hat auf viele Bereiche bereits großen Einfluss – z.B. Erkennen und Interpretieren von Mustern in Bildern, Sprachassistenten, Textempfehlungen, das Finden optimaler Lösungen in komplexen Situationen oder automatische Übersetzungen. Eine Branche, die durch Künstliche Intelligenz ebenfalls einem radikalen Wandel unterworfen wird, ist der Einzelhandel bzw. E-Commerce. 


KI: Einsatzmöglichkeiten & Chancen

Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. steigt der Einsatz von KI in den Unternehmen der deutschen Wirtschaft beträchtlich. Im Jahr 2021 nutzte etwa jedes zehnte Unternehmen in Deutschland KI-Lösungen, fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2019. Wie auch in anderen Branchen gilt nichts­des­to­trotz, dass Retail in Deutschland leider nur einen sehr kleinen Teilbereich der Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz aufweist. Dabei geht es gar nicht so sehr um Kosteneinsparungen, wie man zunächst vermutet, sondern vielmehr um die Verbesserung von Servicequalität, Personalisierung und Komfort. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Einzelhandel und E-Commerce bestehen zahlreiche KI-Anwendungsoptionen, die von Finanzen und Administration bis hin zur Planung von Sortiment und den einzelnen Geschäften reichen. Das Kundenverhalten kann durch KI Lösungen genau analysiert werden. Durch die Gewinnung und Verarbeitung relevanter Daten kann beispielsweise vorhergesagt werden, welche Produkte Kunden zukünftig kaufen werden. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, Werbemittel gezielt einzusetzen sowie Lagerbestände automatisch anzupassen, sodass zu jedem Zeitpunkt eine hohe Lieferfähigkeit gewährleistet ist. 

 

Künstliche Intelligenz: Erfolgreiche Praxisbeispiele

Die erste KI-Anwendung, mit der viele von uns in Berührung gekommen sind, waren sicherlich die Empfehlungssysteme von Amazon. Dabei leitet das System aus vorangegangenen Einkäufen Präferenzen ab und versucht, diese in Empfehlungen für neue Produkte einfließen zu lassen. Recommendation-Systeme sind heutzutage nicht mehr aus dem Online-Handel wegzudenken und haben mittlerweile auch in Bereichen wie Human-Resources Einzug gehalten. Amazon hat sich aber nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht und gibt auch heute noch den Ton an, wenn es um die öffentliche Wahrnehmung geht. Jüngstes Beispiel ist Amazon Go, ein Supermarkt, indem es weder Kassen noch Warteschlangen gibt.
Als weiteres Beispiel ist die KI-Lösung des amerikanischen Baumarktes Lowe's. Man hat für die eigenen Märkte einen sogenannten Concierge-Roboter gebaut, der den Kunden einerseits korrekte Wegbeschreibungen gibt, diese sogar begleitet, sowie in weiterer Folge auch Empfehlungen für neue Produkte oder aktuelle Angebote ausspricht. Das Projekt befindet sich mittlerweile im dritten Jahr und kann auf eine sehr erfolgreiche Historie zurückblicken. Es wird gemeinhin davon ausgegangen, dass auch andere Bau- und Flächenmärkte auf dieses Konzept aufspringen werden.
Eine weitere sehr interessante Anwendung sind Sprachassistentensysteme, die direkt im Geschäft für Kundenempfehlungen herangezogen werden. In der Praxis sieht das Ganze so aus, dass dem Kunden eine Reihe von Fragen gestellt wird, aus denen sich ableiten lässt, zum Beispiel welche Art von Whisky, Kosmetik oder Wein gekauft werden sollte. Wenn es um den innovativen und großflächigen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Einzelhandel geht, sticht ein Land besonders hervor - China. Wie in keinem zweiten Land haben sich in China sehr viele innovative Lösungen bereits am Markt etabliert und zeigen uns Europäern auf, wie möglicherweise die Zukunft aussehen könnte. So reichen die Lösungsansätze zum Beispiel beim kassiererlosen Geschäft von High-Tech-Ansätzen, wie wir von Amazon Go kennen, die per Bildverarbeitung die Produkte erkennen, bis hin zu einfachen Self-Checkout-Lösungen, wie wir es zum Beispiel von unseren Supermärkten kennen - plus dahinter geschaltete Diebstahlerkennung.
Ein chinesischer Online-Unternehmen Taobao, der zu Alibaba Group gehört, konnte dadurch nicht nur den Umsatz nach oben treiben, sondern auch die Interaktion mit der App massiv steigern, zum Beispiel durch die Einbindung von Influenzern oder Social-Media-Kanälen. Verglichen mit diesem progressiven Ansatz wirkt der Online-Handel, wie wir ihn kennen, fast vorsintflutlich, da das Interface für alle Personen dieselben Elemente darstellt und lediglich die einzelnen Produkte ausgetauscht werden.
Ein weiteres zukunftsweisendes Konzept sind die sogenannten Hema, das bedeutet übersetzt schwarzes Pferd, Supermärkte vom Internetgiganten Alibaba. Bei diesem Konzept kommt es bereits zu einer Verschmelzung von Online- und Offline-Retail, das sich folgendermaßen ausdrückt: Die Kunden können bereits vor Betreten des Geschäftes in der dazu passenden App stöbern, welche Dinge sie einkaufen möchten und diese in den Warenkorb legen. Diese Information wird in Echtzeit vom hauseigenen Zustellerdienst analysiert, um gewährleisten zu können, dass innerhalb eines 3 km Radius eine Zustellung binnen 30 Minuten möglich ist.

Kurz zusammengefasst: Es lässt sich bereits heute sagen, dass sich KI-Anwendungen in Einzelhandel und E-Commerce weltweit sehr stark unterscheiden werden. Das liegt zum einen an unterschiedlichen Konsum- und Zahlungsgewohnheiten, aber auch an der vorherrschenden Gesetzeslage, was die Verwendung von Kameras und Tracking-Technologien betrifft. Aber unabhängig davon ist es höchste Zeit für deutsche Unternehmen, über Innovationen nachzudenken, um weiterhin als Markenbotschafter und Plattform für die Kunden relevant zu bleiben. 

 

Galina Wacker sitzt vor dem Laptop. Auf dem Tisch liegen Unterlagen mit Grafiken zum Thema Digitalization.

BERT Update : Neues Google Modell

Von Galina Wacker, aktualisiert am 29. Oktober 2019


Es gibt wieder spannende Neuigkeit bei Google: BERT - der neue Algorithmus und größtes Google Update seit fünf Jahren - soll Suche und Suchanfragen erheblich verändern. „[…] the biggest leap forward in the past five years, and one of the biggest leaps forward in the history of Search“, - heißt es im Google Blogbeitrag. 

Letzte Woche hat Google ein neues Update - BERT - durchgeführt. Bei diesem Update geht es laut Google um einen der größten Sprünge in der Entwicklung der Suchmaschine. Allerdings geht es in diesem Fall nicht darum, wie Daten indexiert oder gerankt werden. Zehn Prozent der englischsprachigen Suchanfragen soll dadurch besser beantwortet werden. Dabei geht es um Milliarden von Suchen täglich, fünfzehn Prozent davon sind neu.
Im deutschsprachigen Raum ist BERT auch bereits ausgerollt - zunächst für die Ableitung der Featured Snippets.

Was ist BERT?... 

Google News: Neue SERP Snippets in Frankreich

Von Galina Wacker, aktualisiert am 28. Oktober 2019 
 


Der Internetriese Google ändert die Standardanzeige von Suchergebnissen in Frankreich. Nur noch einzelne Wörter bleiben lizenzfrei. Neue Meta-Tags werden bald eingesetzt. 


Als Reaktion auf die neuen Regeln in Frankreich - Einführung  des neuen europäischen Leistungsschutzrechtes für Presseverlage - hat Google vor, auf Standarddarstellung von SerpSnippets zu verzichten.  Durch die neuen Vorgaben für Presseverleger wird nur noch die lizenzfreie Nutzung „einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge aus einer Presseveröffentlichung“ erlaubt. 


Neue Meta-Tags 

"Momentan, wenn wir Nachrichtenergebnisse anzeigen, wird eine Überschrift angezeigt, die direkt auf die relevante Nachrichtenseite verweist. Für einige Ergebnisse haben wir auch eine kurze Vorschau des Artikels, z. B. einige Textzeilen (auch als " Snippet " bezeichnet) oder ein kleines Vorschaubild. Zusammen können Ihnen diese Überschriften und Vorschauen helfen", heißt es in einem Blogbeitrag des US-Konzerns. 

Laut der Deutschen Presseagentur will Google in Frankreich als erstem Land mit den neuen Regeln nicht nur keine SerpSnippets mehr in den Suchergebnissen beziehungsweise in Nachrichten-Ergebnissen abbilden, sondern auch keine Investitionen mehr für die Darstellung von Links mit Überschriften in der Websuche leisten.

Meist gelesene Ratgeber

Effiziente Prozessautomatisierung mit Power Automate - Potenziale und  branchenübergreifende Praxisbeispiele

Vom Dashboard zur Entscheidungsbasis: Wie Data Analytics und KI die Unternehmensführung verändert

Prozess-Mining in der Praxis: Wie Daten reale Abläufe sichtbar machen

Mit KI zum Projekterfolg: Wie Unternehmen Künstliche Intelligenz im Projektmanagement einsetzen 

Mehr Leads mit KI: Customer Journey neu gedacht

Moderne Web-Architekturen & digitale Technologien:
Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Digitale Produktentwicklung neu denken:
Wie KI und Plattformstrategien Innovation beschleunigen?

Digitale Strategie: Trends, Tools & Praxisbeispiele

Projektmanagement im Wandel:
Klassisch, agil oder hybrid? Mit KI? Was heute wirklich funktioniert?

KI und SEO: Wie Künstliche Intelligenz die Suchmaschinenoptimierung verändert?

Design Thinking als Ansatz zur kreativen und innovativen Problemlösung

Das könnte Dich auch interessieren

Was ist Telefon Tracking? Das ist Call Tracking für ein effektives Performance Marketing, Online Marketing

Performance-Marketing:
Effektives Online-Marketing mit Telefon-Tracking

SEA, Social Media News: Pinterest als Shopping Ads

SEA & Social Media:
Pinterest startet als Shopping Ads

Was ist Voice Search SEO?

Voice Search Optimierung: Bedeutung für SEO & wesentliche Rankingfaktoren